Ein Trip in den Norden (22.12 -31.12)

Etwas verspätet hier der Blogeintrag über unsere Reise in den Norden Ghanas. Wir 8 Freiwillige sind vom 22.12 bis zum 31.12 zusammen mit 3 Ghanaischen Mitarbeitern der Organisation und einer Familie aus Deutschland, die zu Besuch war, durch Ghana gereist.

Unser erstes Ziel war Larabanga, ein Dorf in der Nähe zum Mole-Nationalpark. Nach knapp 16 Stunden Fahrt in einem vollgepacktem Kleinbus, eng an eng sitzend, auf den holprigen Straßen Ghanas unterwegs, waren wir alle froh, am 23.12 bei unserer ersten Unterkunft anzukommen.

Unsere kleine Hütte, in welche grade mal ein Doppelbett gepasst hat

Als ich am nächsten Morgen in unserer kleinen Hütte aufwachte, konnte ich nicht glauben, dass es tatsächlich Weihnachten war und heute meine ganze Familie ohne mich beisammen sitzen und feiern wird. Noch nie war ich an Weihnachten nicht zu Hause gewesen. Dafür erlebte ich das wahrscheinlich ereignisreichste Weihnachten in meinem Leben. Schon um 6Uhr morgens ging es auf eine Walking Safari durch den Mole-Nationalpark. Dort konnten wir mehrfach Antilopen in den Büschen, farbenfrohe Vögel in den Bäumen oder Affen zwischen den Ästen bestaunen.

Bei genauem Hinsehen kann man das Affenbaby in den Armen erkennen

Nach 2h bekam unser Guide die Nachricht, dass nur ein paar Kilometer von uns Elefanten umherwanderten. In den nächsten 30 Minuten wurde uns endlich warm, denn wir eilten im Laufschritt der Fährte der Elefanten hinterher.

Morgens waren es wegen des „Harmattan“ (Trockenzeit: Tagsüber sehr heiß, Abends kühlt es sehr stark runter) gefühlte Minus-Temperaturen

Endlich erreichten wir einen Elefanten, der sich zwischen dem Gebüsch versteckte und uns misstrauisch beobachtete. Mit der Zeit entspannte er sich ein wenig, kühlte sich mit Sand ab und fraß von den umliegenden Bäumen. Schon immer wollte ich Elefanten in ihrem natürlichen Lebensraum sehen, so dass dieser Anblick ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk für mich war.

Am Nachmittag konnten wir eine zweite Safari genießen. Um noch weiter in den Park vorzudringen, fuhren wir mit einem Jeep los, mit welchem wir nochmals Elefanten und Antilopen sehen konnten. Besonders schön ist mir die Rückfahrt zum Sammelpunkt in Erinnerung geblieben: Einen Sonnenuntergang in der Savanne erlebt man nicht jeden Tag.

Abends ging es für uns in das Parkrestaurant, wo ich das erste Mal etwas wie Weihnachtsstimmung empfand. Auf dem Weg dorthin wurden Weihnachtslieder gesungen, jeder hatte sich schick gemacht und es gab ein ordentliches Essen bei gemütlichem Zusammensitzen. Natürlich war ich traurig, nicht zu Hause bei meiner Familie zu sein, doch durch die gute Stimmung und aus Deutschland mitgebrachten Plätzchen wurde es ein zwar anderer, aber genauso toller Weihnachtsabend!

Ein gemütliches Zusammensitzen

Am nächsten Tag besuchten wir ein nahegelegenes Sheabutter-Dorf, welches fast komplett von der Außenwelt isoliert lebt. Alles lebensnotwendige wird direkt vor Ort hergestellt, nur im Notfall wird ein Tagesausflug zu einem entfernten Markt gemacht. Die Einkäufe dort werden mit den Einnahmen der selbst gemachten Sheabutter finanziert. Nachdem wir uns das Dorf angeschaut haben, konnten wir auf dem ca. 1 Kilometer entfernten Fluss eine Kanutour machen. Aus dem Fluss holen die Frauen des Dorfes ihr Wasser, welches sie zum Duschen, Kochen und Trinken benutzen. Wir würden nach einem Schluck von dem verdreckten, braunen Wasser sofort krank werden, aber für die Einwohner ist es komplett normal sich dieses mit Tieren wie Elefanten zu teilen.

Kanutour auf dem Mole-Fluss

Die nächsten Tage machten wir einen Abstecher zur ältesten Moschee Ghanas, fuhren zum Paga Crocodile Pong, wo wir uns auf ein echtes Krokodil setzten konnten, besuchten an der Grenze zu Burkina Faso ein Slavecamp, um uns mit der Vergangenheit Ghanas vertrauter zu machen und standen unter einem echten Wasserfall.

Wir 8 Freiwilligen
Sieht aus wie eine Statue, …
…ist aber echt

Viele Stunden unserer Reise verbrachten wir in dem engen Bus, denn die Distanzen zwischen unseren Anlaufstellen waren groß. Ein weiteres Highlight der Reise war die Fahrt zu den Kintampo Wasserfällen. Das Gefühl von Freiheit wenn man unter der gewaltigen Wassermasse steht, ist wirklich unbeschreiblich!

Das Wasser war wirklich unglaublich kalt…

Das Ende unserer Reise verbrachten wir in Akosombo, ein Ort am größten Stausee der Erde: Dem Volta-See. Dort konnten wir ein paar Tage entspannen und uns von der langen Reise erholen. Leider konnten wir nicht in das verlockende Wasser springen, da uns der Gedanke an Würmer nicht ganz geheuer war…

Eine verlockende Erfrischung…
Aus Baden wurde leider aber nichts

Unseren letzten Abend verbrachte ich dann sogar noch auf einer echten Ghanaischen Poolparty, die wir durch Zufall gefunden hatten. Ein super Abschluss einer beeindruckenden und prägenden Reise durch Ghana, bevor wir pünktlich zu Silvester wieder in Tuba ankamen!

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